Junge Möhrchen im Erdnussmantel mit Minzdip

Junge Möhrchen sind etwas wunderbares. Klein, zart und hübsch sind sie viel zu schade, um sie zu raspeln oder irgendwie wie anders zu zerhäckseln. Es wäre eine Schande. Man sollte sie dippen oder eben backen. Zu diesem Rezept passt ein leichter Minzdip. Ein wunderbares Sommeressen.

  • 2 EL Erdnussmus
  • 2 EL Tamari
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 EL Wasser
  • 1 Prise Chiliflocken
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Bund junge Möhrchen

Für den Minzdip

  • 5 EL griechischer Joghurt
  • 1/2 Bund Minze gehackt
  • 1 Spritzer Zitronensaft
  • Salz/Pfeffer

Den Backofen auf 180°C/Umluft vorheizen.

Das Grün an den Möhren entfernen und diese mit der Gemüsebürste abschrubben. In eine Auflaufform geben. Alle anderen Zutaten vermischen, über die Möhren geben und in den Ofen schieben. Für 20 Minuten backen.

Für den Minzdip alle Zutaten miteinander vermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

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Gemüse aus geringelten Beten, Linsen und Ziegenkäse

Einen Gemüsestand auf dem Wochenmarkt ist für mich weitaus attraktiver als eine Fleischtheke. Für mich ist Gemüse einfach schön. Das Blau von blühenden Artischocken, was überall sonst kitschig aussehen würde. Die quietschbunten Stengel vom Mangold. Knackig grüne Salate. Große rote Ochsenherzen die so duften, wie Tomaten duften sollten. Ich kann einfach nicht widerstehen und kaufe oft mehr als ich sollte.

Genauso geht es mir mit geringelter Bete. Sie ist die jüngere, schöne Schwester der roten Bete (dennoch glaube ich, dass es zwischen den beiden keine Konkurrenz gibt).

Geröstet entwickelt die geringelte Bete ein genauso süßes Aroma wie ihre große Schwester und harmoniert hervorragend mit Linsen und Ziegenkäse. Im Sommer bekommt man die meisten Rübchen und Beten mit Grün. Das hat auch seinen guten Grund, denn das Grün kann man genauso verarbeiten wie das Gemüse selbst.

Ich habe das große Glück, einen großartigen Käsemann zu haben. Der hat einen relativ festen Ziegengrillkäse. Für den Grill taugt er zwar nicht, man kann ihn aber großartig in Würfel schneiden und im Ofen backen. Feta funktioniert aber genauso gut.

  • 1 Bund geringelte Bete
  • 1 Bananenschalotte
  • 1 Handvoll Thymian
  • 1 Knoblauchzehe
  • 100g rote Linsen
  • 150g fester Ziegenkäse
  • Öl
  • 1 Glas Weißwein
  • Butter
  • Salz/Pfeffer
  • Saft von 1 Bio-Zitrone

Die Bete vom Grün befreien, waschen und bürsten und in kleine Würfel schneiden. Mit Öl und Salz in eine Auflaufform geben und bei 180°C im Ofen rösten, bis sie leicht knusprig aber nicht verbrannt ist. Das kann bis zu 20 Minuten dauern. Den Ziegenkäse würfeln und in einer Auflaufform im Ofen ebenfalls backen, bis er leicht knusprig ist.

Das Grün waschen und klein schneiden. Die Schalotte klein schneiden und in einem Topf in etwas Butter anbräunen. Das Grün dazu geben und mit dem Weißwein ablöschen. Eventuell noch ein zweites Glas für den Koch einschenken. Den Thymian zusammen mit der Knoblauchzehe klein hacken und in den Topf geben. Salz dazu geben und mit dem Deckel köcheln lassen, bis alles weich ist.

Die roten Linsen laut Packunganweisung gar kochen. Sie sollten allerdings noch leicht Biss haben. Bei roten Linsen liegt zwischen „noch etwas Biss haben“ und „relativ matschig“ oft nur ein kurzer Augenblick. Also ein Auge drauf haben. Wenn sie gar sind, in den Topf mit dem Grün geben und die geröstete Bete aus dem Backofen ebenfalls dazu geben. Alles gut vermischen und mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken.

Alles in eine Schüssel geben und die Ziegenkäsewürfel darüber geben.

Aprikosen-Rosmarin Tarte mit gesalzenem Karamell

Die Aprikosenzeit hat angefangen und das heißt bei und gibt es Aprikosenmarmelade, Aprikosentarte, gebackene Aprikosen oder Aprikosen nackt. Letztes Jahr habe ich auch 2 Aprikosenbäume gepflanzt, aber bis die Früchte tragen, dauert es wohl noch etwas.

Wir bekommen am Wochenende hohen Besuch und dafür ist diese Tarte genau richtig, denn sie ist einfach göttlich. Aprikose und Rosmarin „is a match made in heaven“ und zusammen mit dem gesalzenen Karamell und einem Klecks Creme Fraiche, hat man sofort das Gefühl im Frankreichurlaub zu sein.

Für den Mürbeteig

  • 200g Mehl
  • 110g kalte Butter
  • 75g Vollrohrzucker
  • 1 Eigelb
  • 2 kg Aprikosen
  • 2 Zweige Rosmarin
  • 2 EL Vanillezucker
  • Butter

Für das gesalzene Karamell

  • 200g Vollrohrzucker
  • 90g Butter
  • 120ml Sahne
  • 1 TL Salz

Für den Mürbeteig alle Zutaten zu einem glatten Teig verkneten. Erst mit der Küchenmaschine und dann mit den Händen. Zu einem Ball formen und im Kühlschrank 30 Minuten ruhen lassen.

Für das Karamell den Zucker in einem kleinen Topf schmelzen. Nicht zu heiß stellen und dabei immer gut rühren, damit nichts anbrennt. Am besten mit dem flachen Schneebesen. Wenn alles flüssig ist die Butter dazu geben. ABER VORSICHT: das spritzt und blubbert ziemlich stark. Den Topf vom Herd nehmen und langsam die Butter unterarbeiten. Dann den Topf wieder auf den Herd stellen und die Sahne dazu geben. Das Rezept ist, immer rühren rühren rühren. Das schlimmste, was passieren kann, ist wenn jemand an der Tür klingelt. Mein Tipp: Alles ingnorieren! Wenn es klumpt, dann einfach weiter rühren bei mittlerer Hitze. Wenn alle Klümpchen gelöst sind, das Salz unterrühren. Die Sauce dickt an, sobald sie kalt wird.

Den Backofen auf 180°C/Umluft vorheizen.

Eine Tarteform mit etwas Butter auswischen und mit Mehl bestäuben. Dann den Mürbeteig aus dem Kühlschrank nehmen und in die Tarte arbeiten. Man kann den Teig ausrollen und dann reinlegen. Ich drücke den Teig immer mit dem Handballen in die Form. Dann kann man auch gleich ein schönen Rand formen.

Die gewaschenen Aprikosen in Spalten schneiden und die Tarte großzügig damit belegen. Dann die Rosmarinnadeln waschen und klein hacken. Mit dem Vanillezucker vermischen und über die Aprikosen streuen. Butterflöckchen auf der Tarte verteilen und in den Ofen damit.

Ungefähr 25-35 Minuten backen, bis die Tarte goldgelb ist und duftet.

Am besten noch warm zusammen mit dem Karamell und einem Schälchen Creme Fraiche servieren. Beim essen laut „mmmmmmhhhhhh“ sagen.

Gesalzene Karamellsauce

Wenn ich meinen Mann glücklich machen will, also so richtig „not a worry in the world“ glücklich, dann mache ich diese gesalzene Karamellsauce. Wenn dann noch Südafrika Cricket spielt und gewinnt, dann ist das wohl das größte Glück der Erde, dass einem Südafrikaner mit einer eklatanten Schwäche für gesalzenes Karamell widerfahren kann. Er befindet sich dann in einem derartigen Rausch, dass dies der richtige Moment für die Jungs ist, ihn um etwas zu bitten. Egal um was. Er würde ja sagen.

Lange hatte ich großen Respekt davor, Karamell zu machen, denn die ersten Versuche in meiner Kindheit mit meiner damaligen Freundin Tanja, waren mehr als enttäuschend. 30 Jahre später hat es etwas zutiefst entspannendes für mich. Man muss sich voll und ganz auf das Karamell konzentrieren, ohne sich durch irgendetwas ablenken zu lassen. Etwas, dass in unserer heutigen Zeit nicht mehr allzu oft vorkommt.

  • 200g Vollrohrzucker
  • 90g Butter
  • 120ml Sahne
  • 1 TL Salz

Den Zucker in einem kleinen Topf schmelzen. Nicht zu heiß stellen und dabei immer gut rühren, damit nichts anbrennt. Am besten mit dem flachen Schneebesen. Wenn alles flüssig ist die Butter dazu geben. ABER VORSICHT: das spritzt und blubbert ziemlich stark. Den Topf vom Herd nehmen und langsam die Butter unterarbeiten. In der Ruhe liegt der Erfolg. Dann den Topf wieder auf den Herd stellen und die Sahne dazu geben. Das Rezept ist, immer rühren rühren rühren. Das schlimmste, was passieren kann, ist wenn jemand an der Tür klingelt. Mein Tipp: Alles ingnorieren! Wenn es klumpt, dann einfach weiter rühren bei mittlerer Hitze. Wenn alle Klümpchen gelöst sind, das Salz unterrühren. Die Sauce dickt an, sobald sie kalt wird.

Das Karamell hält sich im Kühlschrank verschlossen mehrere Wochen und kann zu allem gegessen werden. Eis, Kuchen, Waffeln, Obst, vom Finger…

Glutenfreier Rote Bete-Schokoladenkuchen

Und sie essen sie doch, die Rote Bete. Anders bekomme ich sie bei meinen Jungs nicht unter und ein wenig schummeln ist erlaubt. Ein wunderbar erdiger Kuchen, der mit Dattelzucker gebacken wurde und deswegen auch nicht aufdringlich süß ist. Die Mischung von Mandel- und Kokosmehl passt hervorragend zur roten Bete und macht diesen Kuchen zu einer glutenfreien Sünde. Healthy Baking at it’s best!

Dazu passt ein Frischkäse Frosting oder eine dicke Schicht aus Schokobuttercreme, aber ich mach immer nur Puderzucker drüber (gibt weniger Schweinerei)

  • 200g Rote Bete
  • 200g Zartbitterschokolade
  • 100g Dattelzucker
  • 100g Butter
  • 100g Kokosmehl
  • 100g Mandelmehl/gemahlene Mandeln
  • 1 TL Natron
  • 1 TL Weinstein Backpulver
  • 4 Eier
  • Salz
  • Butter & Kokosmehl für die Form

Die Butter und die Schokolade bei niedriger Hitze in einem Topf schmelzen. Die Rote Bete waschen und fein reiben. Ich mache das immer mit Schale, man sollte sie vorher nur mit der Gemüsebürste ordentlich abschrubben.

Den Backofen auf 170°C/Umluft vorheizen.

Ein Auflaufform mit etwas Butter ausreiben und dann mit Kokosmehl bestäuben.

Die Mehle mit dem Natron und dem Backpulver mischen.

Die Eier trennen und das Eiweiß zusammen mit dem Salz steif schlagen.

Den Zucker zusammen mit den Eigelb schaumig schlagen, die geschmolzene Schokoladenmasse unterrühren und die Mehlmischung dazu geben. Dann das geschlagene Eiweiß unterheben bis alles zu einem glatten Teig geworden ist.

Ab in den Ofen damit und ca. 30 – 40 Minuten backen.

Mit einem Holzstäbchen kann man testen, ob der Kuchen noch klebt.

Rausnehmen und abkühlen lassen.

Mairübchen-Curry mit Udon Nudeln

Mairübchen waren nie wirklich auf meiner Einkaufsliste. Als Salat fand ich sie nicht besonders lecker, gekocht mit Butter zu langweilig, gekocht mit Bechamelsoße noch langweiliger. Also habe ich sie geschickt jahrelang ignoriert, bis ich sie jetzt in meiner Gemüsekiste hatte. Das erste mal konnte ich noch tauschen, dann leider nicht mehr. Zu Hause habe ich sie möglichst weit hinten im Kühlschrank geparkt, bis ich irgendwann alles andere aufgegessen hatte. Es blieben nur: die Mairübchen.

Ich dachte mir, mit viel Gewürz wirds schon gehen. Also habe ich ein Curry daraus gemacht und siehe da, es war irgendwie wie bei Dr. Suess und seinem grünen Ei mit Speck. Ich lieeeebe Mairübchen. Das Grün an den Mairübchen kann man mitverarbeiten, erinnert an wenig an Mangold.

  • 1 Bund Mairübchen
  • 1 Dose Kokosmilch
  • 2 EL gelbe Thaicurry Paste
  • 1 Knoblauchzehe, klein gehackt
  • Saft von 1 Zitrone
  • ein paar Scheiben frischen Ingwer
  • 1 Stiel Zitronengras
  • 4 Kaffir Limettenblätter
  • 1 EL Dattel- oder Vollrohrzucker
  • Salz
  • 1 Handvoll Udon Nudeln

Die Mairübchen putzen und vierteln. Das Grün waschen und klein hacken. Alles in einen mittelgroßen Topf geben. Die Kokosmilch, 1/2 TL Salz die Thaipaste, die gehackte Knoblauchzehe, den Ingwer, die Limetten und das Zitronengras dazu geben. Deckel drauf und alles für 15-20 Minuten köcheln lassen. Probieren ob die Mairübchen weich sind.

Dann mit Zucker, Zitronensaft und Salz abschmecken.

Die Udon Nudeln in kochendem Wasser für 3 Minuten köcheln. Dann sofort rausnehmen und in eine Schale geben. Ein paar Kellen Curry drüber geben und alles gut vermischen. Man sollte nie mehr Udon Nudeln kochen, als man essen möchte, denn man kann sie schwierig aufbewahren. Da sie aber eine so kurze Kochzeit haben, kann man sie problemlos schnell zubereiten.

Curries kann man wunderbar einkochen, denn ich finde es beruhigend zu wissen, dass ich zur Not noch was leckeres im Haus habe. Oder wenn mich mal wieder der Curry-Heißhunger packt.

Gebackene Paprika mit Pecorino

Wir waren im Frühjahr auf Sardinien und haben Pecorino in rauen Mengen mitgebracht. Das war am Anfang ganz nett, bis ich nach 2 Wochen zu meinem Käsehändler gegangen bin und gesagt habe „Gib mir irgendetwas das nicht nach Schaf schmeckt!“

Nach einer kurzen Schafsmilchkäse freien Pause habe ich heute das letzte Stück Pecorino geöffnet und mit den Paprika aus unserer SoLaWi Kiste gebacken. Die Idee ist aus Nigel Slaters „Tender: Gemüse“. Meine Bibel, wenn ich mal wieder nicht weiß, worauf ich Lust habe…wenn ich dann eine Weile drin geblättert habe, weiß ich meistens nicht worauf ich zuerst Lust habe.

Zu diesem wunderbar schnellen Rezept passt am besten ein rustikales Weißbrot, denn es muss gedippt werden. Denkt daran den Weißwein vorher kalt zu stellen, denn der passt hervorragend zu diesem Sommeressen.

  • Ein paar Paprika, egal welche Farbe, Größe und Form
  • 3 Knoblauchzehen, halbiert
  • Basilikum, gerupft
  • 1 Handvoll Oliven
  • 1 Handvoll Kirschtomaten, halbiert
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 kleiner Spritzer Weißwein
  • Salz/Pfeffer
  • Saft von 1 Bio Zitrone
  • Pecorino

Backofen auf 180°C Umluft vorheizen.

Paprika, Knoblauch, Basilikum, Tomaten und Oliven in ein Auflaufform geben und mit dem Olivenöl und dem Weißwein beträufeln. Nicht zu geizig mit dem Öl, denn sonst bildet sich nicht so eine schöne schlonzige Pfütze in der Auflaufform, die man dann mit dem Weißbrot aufsaugen kann. (Moment, muss mir gerade den Speichel vom Kinn wischen.)

Dann Salz und Pfeffer drüber geben und ab in den Ofen. Ihr habt jetzt 20-30 Minuten Zeit. Das würde genau für ein Fußbad reichen…dabei ließe sich auch prüfen, ob der Weißwein schon kalt genug ist.

Dann aus dem Ofen nehmen, den Pecorino drüber reiben und den Zitronensaft drüber geben. Sofort essen. Guten Appetit!