Schätze des Winters

Orangen, Mandarinen, Satsumas, Clementinen, Zitronen und wie sie sonst noch alle heißen, gehören zum Winter wie kalte Ohren und steife Finger.

Eigentlich täglich wird geschält und entsaftet und übrig bleibt nur noch ein großer Haufen Schale. Aber dabei ist doch gerade die Schale voller Geschmack und es tut mir leid, dass sie immer ungeachtet im Kompost landet.

Vor ein paar Jahren habe ich es zum ersten mal gewagt, Zitrusschale selbst zu kandieren und das, obwohl ich weder Orangeat noch Zitronat besonders gerne mag. Aber wegwerfen fande ich auch doof und siehe da, es ist nicht nur unglaublich einfach, sondern es schmeckt auch fantastisch. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass es selbst gemacht immer am besten schmeckt, und ein wenig stolz war ich natürlich auch. Aber es ist wirklich eine tolle Sache und es schmeckt so wunderbar fruchtig, dass man es das ganze Jahr über nutzen kann.

Ich habe seit dem einige verschiedene Rezepte ausprobiert. Eines meiner Lieblinge ist so schnell und einfach, dass es jeder mal probieren sollte.

Schneller Orangenhonig

Man zerkleinert einfach Orangen- oder Zitronenschalen und mischt sie mit Honig. Es hält sich in einem verschlossenen Glas mehrere Monate (vielleicht sogar noch länger) und ich liiiiiieeeeebeeee es im Milchreis, Kuchen, Waffeln und ist so fruchtig, dass man es auch easy als Ersatz für frischen Abrieb der Schale nehmen kann.

Ich leg die Schale immer in eine Schüssel mit heißem Wasser und lasse sie über Nacht dort. Das macht sie schön weich. Dann kann man sie mit dem Messer klein hacken oder mit etwas warmen Honig (warm damit er flüssig wird) im Mixer zerkleinern. Ich nehme immer die Schale von 5-8 Früchten und 250g Honig. Man kann auch mehr Honig nehmen und ihn dann zum Verfeinern von der ein oder anderen Tasse Tee nehmen, denn er nimmt die fruchtige Aromen der Früchte auf. Ein paar Tropfen auf einer warmen Brioche sind auch nicht verkehrt.

Orangeat & Zitronat

Orangeat und Zitronat zu machen ist auch mehr als einfach. Herr Grün hat dazu ein wunderbar einfaches Rezept auf seinem Blog. Man nimmt die Schale der Früchte, muss allerdings darauf achten, dass nicht zu viel weißes bitteres Fleisch dran ist. Dann die Schalte in entweder in langen Schlangen lassen oder klein hacken. Ich finde die langen Schalen schöner und wenn man sie jetzt schon klein hackt, geht beim kochen viel Aroma flöten.

Dann in einem Topf mit Wasser aufkochen und ein paar Minuten köcheln lassen, dann das Wasser wegschütten und wieder aufkochen. Wieder das Wasser wegschütten und alles noch einmal wiederholen, dann die Schalen wiegen.

Die Schalen wieder in einen Topf geben und die gleiche Menge Zucker an Gewicht dazu geben, mit Wasser bedecken und köcheln lassen. Die entsteht ein dicker Sirup, der die Schale komplett einschließen muss. Wenn der Sirup zu dick wird, gerne noch etwas Wasser nachgießen, damit der Zucker nicht karamellisiert. Nach 30 Minuten mit Wasser aufgießen und durch ein Sieb abschütten. Dann auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und im Ofen bei ca. 80°C trocknen.

Das geht natürlich auch mit ganzen Früchten, dauert aber länger.

Getrocknete Mandarinenschalen

In der traditionellen chinesischen Medizin werden Mandarinen schon lange als Heilmittel verwendet. Bei mir wandern sie seit ich denken kann in den Müll, dabei kann man sie auch wunderbar fein malen, wenn sie getrocknet sind und damit Kuchen, Suppen, Joghurts und alles Mögliche verfeinern…Waffeln, Kekse, Müsli…sehr sehr viel auf jeden Fall.

„Die Schale der Mandarinen hat eine wärmende, antibakterielle, stärkende und bittere Wirkung.

In der chinesischen Medizin wird diese mit den Meridianen der Milz und der Lunge assoziiert. Die empfohlene Dosis beträgt zwischen 3 und 9 Gramm. Eingesetzt werden die Mandarinenschalen in der TCM u.a. bei:

  • enthält Antioxidantien und hilft somit dem Immunsystem
  • Krämpfen/Menstruationsschmerzen
  • Bauchschmerzen, Blähungen
  • Appetitlosigkeit (auch bei Babies und Kleinkindern)
  • Husten mit Schleimbildung, Druck auf der Brust
  • Verdauungsbeschwerden, Durchfall
  • Übelkeit
  • Atemwegsbeschwerden, Asthma, chronische Bronchitis
  • Schwäche, Müdigkeit
  • niedriger Blutdruck (Hypotonie)
  • Arthritis, Atherosklerose

Ganz wichtig ist natürlich, dass man ungespritzte Früchte hat. Ich wasche meine Mandarinen dann immer vor dem schälen nochmal, und lege die Schale in ein Salatsieb auf die Heizung. Und da liegen sie dann, bis sie trocken sind. Im Mörser kann man sie ganz easy zerkleinern und dann weiter verwenden.

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