Moutabal

Eine Ode an Knoblauch und Aubergine

Es gibt Gerüche, die wecken bei mir sofort ein Gefühl des Glücks und Knoblauch steht defintiv ganz oben auf dieser Liste. Oft ist der erste Handgriff, wenn ich etwas kochen will, in den Kühlschrank zum Knoblauch. Oft ohne zu wissen, was ich denn überhaupt kochen möchte. Das entwickelt sich dann meistens, aber Knoblauch ist eines meiner engsten Küchenfreunde. Ich brauche locker 2-3 Knollen in der Woche und Gedanken über eine Knoblauchfahne mache ich mir eigentlich nie. „Wer nach Knoblauch riecht, hat gut gegessen“ habe ich mal irgendwo gelesen und genau so ist es. Ein aufdringliches billiges Parfum empfinde ich als weitaus schlimmere Beleidigung für meine Nase.

Und so gehört Knoblauch auch auf meine Liste der Dinge, die man für einen großartigen Sommerabend im Garten benötigt. Oft reicht schon ein selbstgemachte Knoblauchbutter mit Petersilie und dazu frisches Brot, denn oft sind es die einfachen Gerichte, denen Knoblauch zu einem großen Auftritt verhilft. Ein griechischer Joghurt mit Gurke, gegrillte Paprika, Auberginenmus… dies alles wird zu einem Festmahl, wenn man es in guter Gesellschaft an einem lauen Sommerabend mit einer kalten Flasche Weißwein genießt.

Einer der besten Freunde des Knoblauchs, ist die Aubergine. Sie passen perfekt zusammen, so pefekt, dass es einem schon unangenehm ist anwesend zu sein. Ich glaube nicht, das meine Großmütter jemals eine Aubergine gekocht haben, zumindest fehlt mir daran jegliche Erinnerung. Allerdings hat meine Mutter sie schon damals gesalzen, abgewaschen, abgetropft und dann in Öl gebraten. Ich habe das als Kind immer als eine seeeeeehr langwierige Arbeit empfunden und am Ende hatte man gerade mal einen Teller voll mit diesen wunderbar knusprigen, rauchigen Glücksboten. Darüber kamen dann Essig, Öl und Knoblauch. Ich habe sie schon als kleines Mädchen geliebt und in meiner Zeit bei Matildas gab es immer irgendwo gegrillte Auberginenscheiben im Kühlschrank. Ob zu cremigem Hummus auf rustikalem Bauernbrot, zum Salat, klein gehackt ins Taboulé oder sogar in die Quiche, es gibt hunderte Möglichkeiten die köstlichen kleinen Scheibchen zu verspeisen. Je dunkler sie sind, umso lieber mag ich sie. Einmal hat Julia eine Fuhre im Ofen zu dunkel werden lassen, da sie die Auberginen aber nicht wegschmeissen wollte, hat sie daraus ein Auberginenmus gemacht, mit frischer Minze, Petersilie, Chili und Knoblauch. Das war mit Abstand das beste Auberginenmus, dass ich jemals gegessen habe, es war sanft, rauchig und intensiv. Aber wie das so ist mit Unfallgerichten, hat sie es nie wieder so hinbekommen.

Wer den rauchigen Geschmack von Auberginen mag, der liebt Moutabal. Die Auberginencreme gibt es heute auf fast jedem Wochenmarkt in einem dieser Feinkoststände. Aber auch da gibt es riesige Unterschiede. Ich komme nie ohne eine Schale nach Hause, denn irgendwie ist es für mich erst richtig Wochenende, wenn ich Samstags mit frischem Brot und einer Schale Moutabal vom Markt komme. Dazu mache ich mir dann meinen einen großen Cappuccino und genieße ein paar Minuten für mich. Am besten eignet sich ein Ciabatta oder Baquette. Das Mus von unserem Markt ist so perfekt, dass ich es nur selber mache, wenn der Feinkoststand gerade Urlaub macht. Das meiner Meinung nach beste Rezept, ist das von Nigel Slater. Es ist einfach, schnell, köstlich.

Moutabal

Für 2 Personen:

  • 3 große Auberginen
  • Saft von einer Zitrone
  • 2 Zehen zerdrückter Knoblauch
  • 2 EL Tahin
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 Prise süßes Paprikapulver
  • Salz/Rauchsalz

Die Auberginen müssen im Ofen mit Schale bei 200°C ungefähr 45 Minuten backen. Dazu die Aubergine rundherum mit einem spitzen Messer einstechen und dann in den vorgeheizten Backofen geben. Es nutzt nichts, wenn sie nur leicht schwarz sind, sie müssen richtig verkohlt sein, damit sie diesen typischen rauchigen Geschmack entwickeln.

Dann wird das Fleisch heraus gekratzt und mit den anderen Zutaten vermischt. Ich nehme gerne Rauchsalz, denn das unterstreicht die wunderbaren Röststoffe. Wem es einen Tick zu bitter ist, der kann das mit einem Teelöffel Ahronsirup ausgleichen.

Das wäre mein Henkersmahl!

Ganz besonders gut wird es, wenn man die Aubergine auf dem Grill röstet. Das geht im Ganzen eigentlich recht gut, man benötigt zum Schluss nur etwas Fingerspitzengefühl, denn die Babies werden ganz schön weich.

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